Auf halbem Wege zwischen Mantua und Parma liegt das mauerumwehrte Landstädtchen Sabbioneta, umgeben von den weiten Feldern der Po-Ebene. Die im Cinquecento erbaute ehemalige Residenzstadt geriet bald nach dem Tode ihres Gründers Vespasiano Gonzaga über mehr als dreieinhalb Jahrhunderte in Vergessenheit. Heute hingegen gilt der abgelegene Ort als eine der frühesten Verwirklichungen einer "Id…
"Temple. Église" - bis in das 18. Jahrhundert war im französischen Sprachgebrauch der auf die Antike verweisende Tempelbegriff ein Synonym für christliche Kirchenbauten. Während die sprachliche Gleichsetzung von Tempel und Kirche im 18. Jahrhundert einer differenzierten Neubewertung der Begriffe wich, blieb das architektonische Modell des "Tempels" zur selben Zeit in der französischen Sakr…
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts trug der katholische Kirchenbau intensiv dem Umstand Rechnung, dass sich Wallfahrten zu einem wichtigen Ausdrucksträger der konfessionellen Haltung entwickelt hatten. Drei der bedeutendsten Wallfahrtskirchen des süddeutschen Raums - Steinhausen, Wies und Birnau - entstanden allesamt zu dieser Zeit. Auftraggeber der Projekte waren wohlhabende, zu Mach…
Der Autor zählte zu den führenden und engagiertesten Vertretern der Denkmalpflege in der DDR, der manchen Versuch dieses Staates, in die Bausubstanz historischer Städte einzugreifen, erfolgreich verhindern und zur Rettung der Denkmäler beitragen konnte. Aus diesen Erfahrungen entwickelte er den vorliegenden Versuch, eine philosophische Theorie der Denkmalpflege zu erarbeiten, deren Ziel es …
Die Siedlung Margarethenhöhe hat eine unbestrittene Bedeutung als markanter Punkt in der Entwicklung vom Werkswohnungsbau hin zum sozialen Wohnungsbau. Die über 90 Jahre herausgehobene Position zum mystifizierten Phänomen "Margarethenhöhe" veranlaßte den Autor, durch tieferes Eindringen in die Bedingungen der Planung die Hintergründe der Entstehung aufzudecken. Mit der Untersuchung der Ra…
Die Arbeit widmet sich Sachdokumenten aus Kunststoff als Indikatoren zeittypischer, sozialhistorischer und kultureller Prozesse. Mit den Methoden volkskundlicher Sachkulturforschung werden mentalitätsgeschichtliche Entwicklungen und Strukturen der 1950er Jahre erstmalig erschlossen und sichtbar gemacht. Auf eine Einführung folgen Darlegungen über Verbreitung sowie Veränderungen und Anpassun…
"Kaldenbach ist Künstler, wie wenige, die heute bauen. Ich habe das Gefühl, als habe er ein Geheimnis der Steine gekannt" charakterisierte der Architekturkritiker Adolf Behne 1919 den Architekten Fritz Kaldenbach in der Einführung zur Ausstellung "Für unbekannte Architekten" in Berlin.Ein wahrhaft unbekannter Architekt ist Kaldenbach bis heute geblieben. Denn noch etwas verbindet ihn mit se…
Die Damenstiftskirche von Quedlinburg, die den Mittelpunkt des zumWelt-Kulturerbe erklärten Denkmalsensembles Quedlinburg bildet, ist fürdie architekturhistorische Forschung zum Früh- und Hochmittelalter einProblem. Während der heute bestehende Bau 1129 im Beisein Kaiser Lothars III. geweiht wurde und die Architektur der ersten Hälfte des 12.Jahrhunderts weit über die Harzregion und Sachs…
Neben den bekannten Zentren des Neuen Bauens wie Berlin und Frankfurt entstanden auch im Ruhrgebiet Bauten, die als bedeutende Beiträge zur Architektur der Weimarer Republik zu zählen sind. Maßgeblich für die bauliche Entwicklung der Industriemetropole Essen in dieser Zeit war der seit 1908 dort tätige Architekt Edmund Körner (1874–1940).Die von Barbara Pankoke vorgelegte Monographie un…
Die Stiftskirche in Neustadt an der Weinstraße ist der bedeutendste gotische Kirchenbau in der Pfalz. Das Wahrzeichen der Stadt wurde als Grablege der pfälzischen Wittelsbacher geplant und musste den repräsentativen Ansprüchen dieser reichspolitisch bedeutenden Familie genügen. Noch vor dem Abschluss der Bauarbeiten wurde die ursprüngliche Planung aufgegeben. Das Interesse der rheinischen…